Homeoffice

Versicherungsschutz fürs Arbeiten von zu Hause

Das Homeoffice ist längst fester Bestandteil moderner Arbeitsmodelle. Mit der zunehmenden Verlagerung beruflicher Tätigkeiten in die eigenen vier Wände entstehen jedoch neue Risiken und Fragestellungen rund um den passenden Versicherungsschutz. Wer dauerhaft oder regelmäßig von zu Hause arbeitet, sollte genau wissen, welche Versicherungen greifen – und wo ergänzende Absicherung sinnvoll ist.

Gesetzliche Unfallversicherung

Wann der Schutz greift und wo Grenzen liegen

Seit Juni 2021 gilt im Homeoffice derselbe gesetzliche Unfallversicherungsschutz wie im Betrieb. Versichert sind Unfälle, die im direkten Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen.

Dazu zählen unter anderem:

  • Wege innerhalb der Wohnung zur Ausübung der Arbeit
  • der Gang zur Küche oder zur Toilette
  • Arbeitswege zur Kinderbetreuung (z. B. Kita)

Nicht versichert bleibt weiterhin der eigentliche Aufenthalt im Bad oder auf der Toilette – unabhängig davon, ob im Büro oder zu Hause gearbeitet wird.

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die Abgrenzung zwischen beruflicher und privater Tätigkeit im Homeoffice oft schwierig ist. Gerichte müssen regelmäßig klären, ob ein Unfall als Arbeits- oder Privatunfall zu bewerten ist.

Private Unfallversicherung

Eine sinnvolle Ergänzung

Arbeitnehmer im Homeoffice sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, dass ein Unfall nicht als Arbeitsunfall anerkannt wird. Eine private Unfallversicherung schließt diese Lücke zuverlässig. Sie leistet unabhängig davon, ob sich der Unfall während der Arbeit, in der Freizeit, beim Sport oder im Ausland ereignet.

Versichert sind unter anderem:

  • dauerhafte Invalidität
  • Kapitalleistungen für Umbauten, Hilfsmittel oder Rehabilitation
  • weltweiter 24-Stunden-Schutz

Gerade bei regelmäßigem Homeoffice ist sie eine sinnvolle Ergänzung zum gesetzlichen Schutz.

Hausratsversicherung

Absicherung von Arbeitsmitteln und Einrichtung

Arbeitsgeräte wie Laptops, Monitore oder Drucker werden häufig vom Arbeitgeber gestellt. Diese gelten als fremdes Eigentum und sind über die Hausratversicherung mitversichert, sofern sie sich in der Wohnung befinden und kein Miet- oder Pachtverhältnis besteht.

Versichert sind Schäden durch:

  • Feuer
  • Leitungswasser
  • Sturm und Hagel
  • Einbruchdiebstahl

Ist die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt, droht Unterversicherung. Empfehlenswert sind daher:

  • regelmäßige Anpassung der Versicherungssumme
  • Vereinbarung eines Unterversicherungsverzichts

Außerdem gibt es noch weitere Aspekte zu beachten:

  • Separat zugängliche Arbeitsräume sind nicht automatisch mitversichert
  • Arbeiten aus Hotels oder Ferienwohnungen erfordert den Baustein Außenversicherung
  • Eigene Ferienimmobilien benötigen eine separate Hausratversicherung

Eine passende Hausratsversicherung ist daher unverzichtbar, wenn sie Arbeitsgeräte im Homeoffice nutzen.

Privathaftpflichtversicherung

Schutz bei Schäden an Firmeneigentum

Im Arbeitsverhältnis gilt die sogenannte abgestufte Arbeitnehmerhaftung:

  • Leichte Fahrlässigkeit
    Arbeitgeber haftet
  • Mittlere Fahrlässigkeit
    Schaden wird aufgeteilt
  • Grobe Fahrlässigkeit
    Arbeitnehmer haftet

Problematisch wird es bei Schäden außerhalb der beruflichen Tätigkeit, etwa:

  • in Pausen
  • nach Feierabend
  • bei privaten Handlungen mit Arbeitsmitteln

In diesen Fällen greift die Arbeitnehmerhaftung nicht mehr. Die Privathaftpflichtversicherung übernimmt dann den Schaden, auch bei Beschädigung von Firmengeräten.

Homeoffice verändert nicht nur Arbeitsabläufe, sondern auch Risikostrukturen. Mit einer abgestimmten Kombination aus Unfall-, Hausrat-, Haftpflicht-, Cyber- und Elektronikversicherung lassen sich diese Risiken zuverlässig absichern. Eine regelmäßige Überprüfung bestehender Verträge stellt sicher, dass der Versicherungsschutz mit der Arbeitswelt Schritt hält.

Weitere Absicherungsmöglichkeiten

Was Sie außerdem beachten sollten

Je nach persönlicher Situation sollten folgende Versicherungsbereiche geprüft werden:

  • Kfz-Versicherung
    Weniger Fahrten ändern das Nutzungsprofil und können Einfluss auf Beitrag oder Tarifgestaltung haben.
  • Cyberversicherung
    Homeoffice erhöht digitale Angriffsflächen und das Risiko von Datenmissbrauch im privaten Netzwerk.
  • Vetrauensschadenversicherung
    Tätigkeiten im Homeoffice erschweren Kontrollen und erhöhen Risiken durch Betrug oder Veruntreuung.
  • Elektronikversicherung
    Beruflich genutzte Geräte im Homeoffice sind höheren Schadens- und Ausfallrisiken ausgesetzt.
  • Gruppenunfallversicherung
    Unfälle im Homeoffice sind nicht immer eindeutig abgesichert und benötigen ergänzenden Schutz.

Schon gewusst?

Wissenswertes rund ums Homeoffice

Ein Unfall ist nur dann gesetzlich versichert, wenn er in direktem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit steht – die Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben ist dabei im Homeoffice oft entscheidend.

Schäden an Firmeneigentum sind nicht immer über die Arbeitnehmerhaftung abgedeckt – insbesondere außerhalb der Arbeitszeit greift häufig nur die private Haftpflichtversicherung.

Arbeitsgeräte des Arbeitgebers sind über die Hausratversicherung mitversichert, sofern die Versicherungssumme ausreichend hoch gewählt wurde und kein separater Arbeitsraum genutzt wird.

Dezentrale Arbeitsplätze erhöhen das Risiko von Cyberangriffen erheblich, weshalb Versicherer bei Cyber-Policen zunehmend auf technische Mindeststandards bestehen.

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