Private Krankenversicherung

Gesundheit individuell absichern

Die Entscheidung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung gehört zu den wichtigsten Weichenstellungen in der persönlichen Vorsorge. Während die gesetzliche Krankenversicherung regelmäßig politischen Reformen und Leistungskürzungen unterliegt, basiert die private Krankenversicherung auf klar definierten, vertraglich zugesicherten Leistungen. Gerade für Selbstständige, Freiberufler, Beamte und gutverdienende Angestellte eröffnet die PKV langfristig planbare und individuell gestaltbare Möglichkeiten der Gesundheitsversorgung.

Unterschied zwischen privat und gesetzlich versichert

Ein Vergleich

Die gesetzliche und die private Krankenversicherung folgen grundlegend unterschiedlichen Prinzipien.

In der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Beitrag nach dem Einkommen, während der Leistungsumfang weitgehend durch das Sozialgesetzbuch festgelegt ist.

In der privaten Krankenversicherung hingegen bestimmen Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewünschte Leistungen die Beitragshöhe. Die vereinbarten Leistungen sind vertraglich garantiert und können nicht einseitig gekürzt werden.

Die zentrale Frage bei der Wahl zwischen PKV und GKV sollte daher nicht der aktuelle Beitrag sein, sondern die langfristige medizinische Versorgung. Entscheidend ist, wie Behandlungen im Krankheitsfall aussehen sollen und welche Leistungen auch in Zukunft abgesichert sein müssen.

Voraussetzungen für die PKV

Wer kann sich privat versichern?

Der Zugang zur privaten Krankenversicherung ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft:

  • Selbstständige und Freiberufler können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern.
  • Beamte und Beamtenanwärter nutzen die PKV in Kombination mit der Beihilfe.
  • Studenten haben ebenfalls die Möglichkeit, sich privat zu versichern.
  • Angestellte können in die PKV wechseln, sobald ihr regelmäßiges Bruttojahreseinkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Diese beträgt im Jahr 2026 77.400 Euro und setzt sich aus dem Gehalt, Sonderzahlungen, vermögenswirksamen Leistungen und Zulagen zusammen.

Äquivalenzprinzip und Solidarprinzip

Wie setzen sich die Beiträge zusammen?

Beitragskalkulation für privat Versicherte

Die private Krankenversicherung kalkuliert Beiträge nach dem sogenannten Äquivalenzprinzip. Jeder Versicherte zahlt einen individuell berechneten Beitrag auf Basis seines persönlichen Risikoprofils. Berücksichtigt werden insbesondere das Eintrittsalter, der Gesundheitszustand bei Vertragsbeginn sowie der gewählte Leistungsumfang.

Ein zentraler Bestandteil der Beitragskalkulation sind die Alterungsrückstellungen. In jüngeren Jahren werden Rücklagen gebildet, um im Alter steigende Gesundheitskosten abzufedern. Beitragserhöhungen entstehen daher nicht aufgrund des Alters, sondern durch medizinischen Fortschritt, steigende Behandlungskosten und eine höhere Lebenserwartung.

Jede versicherte Person zahlt in der PKV einen eigenen Beitrag. Eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der GKV existiert nicht.

Beitragskalkulation für gesetzlich Versicherte

Die gesetzliche Krankenversicherung folgt dem Solidarprinzip. Die Beitragshöhe richtet sich nach dem Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Einkommen oberhalb dieser Grenze wird nicht berücksichtigt. Der allgemeine Beitragssatz beträgt 14,6 Prozent, hinzu kommt ein kassenindividueller Zusatzbeitrag.

Anders als in der PKV werden in der GKV keine Alterungsrückstellungen gebildet. Die Beiträge der Versicherten werden unmittelbar zur Finanzierung der aktuellen Leistungen verwendet. Im Gegenzug profitieren Familien unter bestimmten Voraussetzungen von der kostenfreien Familienversicherung.

Leistungen im Vergleich

Leistungsstrukturen der GKV und PKV

Leistungen der Privaten Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung bietet vertraglich garantierte Leistungen, die nicht nachträglich eingeschränkt werden können. Grundlage der Abrechnung sind die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Diese regeln alle abrechenbaren medizinischen Leistungen und deren Vergütung.

Je nach medizinischem Aufwand kann der Arzt den Gebührensatz anpassen. Für komplexe oder zeitintensive Behandlungen sind höhere Faktoren zulässig. Die PKV erstattet die vereinbarten Kosten im Rahmen des Kostenerstattungsprinzips. Der Versicherte erhält die Rechnung und reicht sie anschließend zur Erstattung ein.

Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung

In der gesetzlichen Krankenversicherung gilt das Sachleistungsprinzip. Ärzte rechnen direkt mit der Krankenkasse ab. Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein und dürfen das Maß des medizinisch Notwendigen nicht überschreiten. Der Gesetzgeber kann den Leistungskatalog jederzeit anpassen, was in der Vergangenheit häufig zu Einschränkungen geführt hat.

Die private Krankenversicherung bietet individuelle, vertraglich garantierte Leistungen und eine hochwertige medizinische Versorgung. Sie eignet sich besonders für Personen, die Wert auf langfristige Planungssicherheit und medizinische Qualität legen. Entscheidend ist eine sorgfältige Tarifauswahl, die zur persönlichen Lebens- und Einkommenssituation passt.

Vorteile der PKV

Mehrleistungen gegenüber der gesetzlichen Kasse

Die private Krankenversicherung ermöglicht in vielen Bereichen einen erweiterten Leistungsumfang:

  • Ambulante Versorgung: freie Arztwahl, Zugang zu Privat- und Spezialärzten, Erstattung alternativer Heilmethoden wie Osteopathie oder Heilpraktikerleistungen (tarifabhängig).
  • Zahnmedizin: hohe Erstattungen für Zahnersatz, Inlays, Implantate und hochwertige Materialien.
  • Stationäre Behandlung: Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer, Behandlung durch Chef- oder Spezialärzte, moderne Medizintechnik.

Maßgeschneiderte Absicherung

Was bietet die private Krankenvollversicherung?

Die private Krankenvollversicherung erlaubt eine flexible und maßgeschneiderte Absicherung:

  • individuell kalkulierte Beiträge
  • frei wählbarer Leistungsumfang
  • freie Arzt- und Krankenhauswahl
  • hochwertige stationäre Leistungen
  • umfangreiche Zahnleistungen
  • Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit
  • weltweiter Versicherungsschutz je nach Tarif

 

Wichtige Hinweise

Risiken, Verpflichtungen und Besonderheiten der PKV

Die private Krankenversicherung bietet viele Vorteile, erfordert aber eine sorgfältige Planung. Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen. Beiträge müssen auch bei längerer Krankheit weitergezahlt werden. Ein späterer Wechsel zurück in die GKV ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Auch organisatorische Aspekte wie die Vorfinanzierung von Rechnungen und mögliche zivilrechtliche Auseinandersetzungen sollten berücksichtigt werden. Eine fundierte Beratung ist daher essenziell, um langfristig passende Lösungen zu gestalten.

Schon gewusst?

Wissenswertes zur privaten Krankenversicherung

In der privaten Krankenversicherung steigen Beiträge nicht automatisch mit dem Älterwerden, sondern aufgrund medizinischen Fortschritts, steigender Behandlungskosten und längerer Lebenserwartung.

Ein Teil des Beitrags wird von Beginn an angespart, um Kostensteigerungen im Alter abzufedern. Diese Rückstellungen wirken langfristig beitragsstabilisierend.

Einmal vereinbarte Leistungen in der PKV können vom Versicherer nicht einseitig gekürzt werden – im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, deren Leistungsniveau gesetzlich angepasst werden kann.

Die Beitragshöhe hängt vom Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Leistungsumfang ab. Gerade bei frühzeitigem Einstieg und sinnvoller Tarifgestaltung kann die PKV langfristig sehr planbar sein.

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